Unsere Vereinsgeschichte - oder: Wie im Hohenmoorer Moor ein Moorbad entstand


Eigeninitiative für den Schwimmunterricht nach 1945

 

Wenige Jahre nach Kriegsende, als noch die meisten Menschen mit alltäglichen Sorgen wie Ernährung, Unterkunft und beruflicher Zukunft voll beschäftigt waren, gab es in Hohenmoor bereits Männer und Frauen, die auch an den sportlichen Wiederbeginn dachten.

Schwimmsportinteressierte Bürger des Dorfes wollten für die Kinder und Jugendlichen ein kleines Schwimmbad erschaffen.

Als geeigneter Platz war eine mit 5 Kuhlen durchsetzte Grasfläche nahe dem Siede-Bach, unmittelbar an der Kreisstraße Asendorf-Sulingen vorgesehen. Parallel zum Bachlauf verläuft in jenem Bereich ein mooriger Graben der sich für den Zulauf und Ablauf des vorgesehenen, künftigen Schwimmbeckens eignete.

Zunächst benötigte man Kapital, das im Wesentlichen durch Spenden aufgebracht wurde. Gleichzeitig kam es 1947 zur Gründung eines Schwimmvereins, dem SV "Moorhexen". Es waren 8 Gründungsmitglieder, die in Zusammenarbeit mit der Gemeinde das vorgesehene "Bauwerk" in Angriff nahmen. Es wurden Arbeiter angeworben, die mit Schaufeln, Spaten und Schubkarren das 24 x 14 m große Becken aushoben. Etwa 2/3 des Beckens sollten als Schwimmbereich dienen, während der Rest für die Nichtschwimmer gedacht war.

Nach der Fertigstellung im Jahre 1948 sprach es sich im Umland bald herum, dass es in Hohenmoor-Hardenbostel eine schöne, idyllisch gelegene, von einem Verein betreute Badeanstalt gab. An warmen Sommertagen war nicht nur die Dorfjugend stark vertreten, auch aus den umliegenden Orten konnte man an den vielen abgestellten Fahrrädern einen guten Besuch ablesen. Zum Umkleiden diente anfangs ein einfacher geschlossener Straßenbauwagen. Später baute man eine größere, besser abgeteilte Umkleidebaracke.

Wenn es auch keine 25 Meter Schwimmbahn gab und auch kein geprüfter Bademeister angestellt werden konnte, so war diese kleine Badeanstalt besonders in den 50er und 60er Jahren die einzige ihrer Art, die durch einen Schwimmverein in Ordnung gehalten wurde, die durch Mitglieder des Schwimmvereins Aufsichten stellte und so für die Dorfjugend während der Sommerzeit eine herrliche Freizeitmöglichkeit bot.

Ende der 50er Jahre organisierte der Schwimmverein fast jährlich Schwimmfeste, die von etlichen Vereinen der näheren und weiteren Umgebung besucht wurden. Nachmittags gab es dann spannende und auch lustige Schwimmwettkämpfe und -staffeln. Abends schwangen die Besucher am Schwimmbad im großen Zelt das Tanzbein.

Ende der 60er Jahre wurde es ruhiger um das Bad. Schöne, große Frei- und Hallenbäder, zum Teil mit 50 Meter Bahnen, entstanden in Siedenburg, Sulingen, Bruchhausen-Vilsen, Martfeld und Hoya. Die rein sportlichen Wettkämpfe verlagerten sich nun hierhin. Aber für die Jugend des Ortes und auch alle anderen Besucher, ist es aufgrund des Fortbestehens des Schwimmvereins, der die Anlage in Ordnung hält, nach wie vor möglich, im sauberen Moorwasser der Siede ein sommerliches Erfrischungsbad zu nehmen.

 

(aus "900 Jahre Asendorf - Aus der Geschichte eines Kirchspiels", von R. Söchtig)